Auf dieser Seite sollt Ihr etwas über Persönlichkeiten des Westens der damaligen Zeit nachlesen können. Stammesführer, wichtige Häuptlinge und andere mit den Indianern verknüpfte Personen. Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird wenn möglich ergänzt werden.
Nachfolgend eine Übersicht der Namen, die Ihr auf dieser Seite findet.
Amerikan Horse Akaitcho Black Hawk Chief Josef Cochise Cornstalk Crazy Horse Geronimo Josef Brant Kicking Bird Mangas Coloradas
American Horse
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American Horse (Amerikanisches Pferd war der Name von zwei Häuptlingen der Oglala-Lakota.
American Horse I (* um 1830; 29. September 1876) (Onkel von II) kämpfte zusammen mit Red Cloud, Crazy Horse und Sitting Bull gegen die Unterwerfung durch die Weißen. Am 1. August 1867 überfiel er mit 500 Kriegern die Besatzung des Fort C. F. Smith, die gerade Heu einbrachten. Obwohl die Weißen unvorbereitet waren, holte sich American Horse eine Niederlage; seine Krieger wurden überrascht von den neuen modernen Hinterladengewehren der Weißen. Der Überfall ging als Kampf im Heufeld in die Geschichte ein.
Am 19. März 1868 griff er zusammen mit Crazy Horse die Old Horseshoe Station am North Platte River an. Etwas später kapitulierten die Weißen vor den vereinten Lakota, Arapaho und Cheyenne im Vertrag von Fort Laramie.
Der Frieden dauerte nur kurze Zeit. Am 29. September 1876 griff US-General George Crook das Tipi-Dorf von American Horse an, das bei Slime Buttes im US-Bundesstaat South Dakota errichtet war. American Horse starb in einem Hagel von Schrot-Kugeln.
American Horse II (Wasechun Tashunka, siehe Bild) wurde um 1840 in den Black Hills geboren und starb am 16. Dezember 1908. Er war Häuptling der Oglala-Lakota. American Horse zeichnete sich als junger Mann in Kämpfen gegen die Absarokee und Shoshone aus. Als sein Onkel 1876 im Kampf fiel, gingen die Überlebenden in die Reservation und American Horse wurde der anerkannte Führer seiner Gruppe. Zeitweise begleitete er (wie auch Sitting Bull) die Buffalo Bills Wild West Show, machte sich nach seiner Rückkehr in die Reservation jedoch unbeliebt, als er sich ab 1887 für die Auflösung der Reservation in mehrere Teilbereiche einsetzte. Sitting Bull war damals ein absoluter Gegner der Auflösung, da diese mit erheblichen Landverlusten verbunden war. 1890 war American Horse ein Gegner des Geistertanzes.
1891 reiste er nach Washington, um die Lebensbedingungen der Lakota zu verbessern - er hatte jedoch nicht viel Erfolg. Auch weitere Reisen nach Washington verliefen ähnlich ergebnislos.
American Horse starb in der Pine-Ridge-Reservation.
Akaitcho
Akaitcho alias Big Foot (dt. Großer Fuß) (* um 1786; 1838) war Häuptling der Kupferminenindianer.
Der Häuptling wurde durch die Expeditionsberichte des britischen Forschungsreisenden John Franklin bekannt, und war regional bedeutend als Friedensstifter zwischen den seit Jahrzehnten verfeindeten Stämmen am Great Slave Lake im nördlichen Kanada. Nach ihm ist heute ein Gebiet in der Gegend benannt, in dem mehrere der Ansässigen Indianerstämme siedeln.
Akaicho führte erst mit seinem Stamm die Franklin-Expedition im Sommer 1820 bis zur Mündung des Kupferminenflusses, wo sie die Expedition verließen, um Nahrungsmittel für den Winter zu sammeln. Als die Franklin-Expedition im Winter 1823 scheiterte gelang es Akaicho, die restlichen verhungernden Expeditionsteilnehmer zu retten.
Sten Nadolny setzt ihm und seinem Bruder Keskarrah in Die Entdeckung der Langsamkeit ein literarisches Denkmal.
Black Hawk (Häuptling)
Black Hawk (* 1767; 1838) war ein Häuptling der Sauk- und Fox-Indianer.
Ungefähr 1788 folgte er seinem Vater als Häuptling nach. Als die Sauk und Fox 1804 ihr Land an die USA abtraten, widersprach er, da die Häuptlinge betrunken gewesen und von den Amerikanern über den Inhalt des Vertrages getäuscht worden seien. Black Hawk nahm am amerikanisch-englischen Krieg von 1812 auf britischer Seite im Rang eines Generals teil.
Als in den 1820er Jahren die Umsiedlung der Sauk und Fox auf die andere Seite des Mississippi begann, weigerte er sich mit der Begründung, der Vertrag erlaube es den Sauk und Fox, in ihrem Land zu bleiben, solange es im Besitz der amerikanischen Regierung sei. Da noch nicht alles Land an die Siedler verkauft wäre, könne er solange bleiben. Daraus resultierte der Black-Hawk-Krieg im Jahre 1832. Am Ende mußte Black Hawk sich ergeben und wurde gefangen genommen.
Aus den nun folgenden Verhandlungen folgte der Verkauf des Landes. Obwohl Black Hawk nicht daran beteiligt war, wurde dieser Handel Black-Hawk-Purchase genannt.
Nach ihm ist auch das Black Hawk County in Iowa benannt.
Chief Joseph
Chief Joseph, eigentlich Hin-mah-too-yah-lat-kekht (* 1840 ; 21. September 1904) war ein Häuptling der Nez Percé-Indianer (eigentlich: Neemepo) aus dem Wallowa-Flusstal im nordöstlichen Oregon, der sich am Ende der Indianerkriege einen Namen machte.
Die Vorgeschichte lag, wie so häufig, im Landraub begründet. In dem Fall förderten die Amerikaner einen Nez Percé-Häuptling namens Hallalhotsoot, einfach Lawyer genannt und schlossen anschließend einen Vertrag mit ihm. Obgleich der Mann nur etwa die Hälfte der Nez Percé vertrat, erklärten die Amerikaner den Vertrag als für alle Nez Percé bindend. Schnell wurden Siedler herangeholt und zu deren Schutz Truppen gegen die 'Vertragsverweigerer' eingesetzt (bis 1860).
Chief Josephs Vater Tuekakas, einfach Old Joseph genannt, zählte zunächst bloß zu den 'Nichtunterzeichnern', wurde aber in einem zweiten Vertrag der Amerikaner mit Lawyer 1863 um sein angestammtes Gebiet im Wallowa-Tal gebracht. Als er die Umsiedlung in die neudefinierte Reservation (nur noch ein Zehntel der ursprünglichen Nez Percé-Reservation) ablehnte, zählte auch er zu den 'Vertragsverweigerern'. Er starb 1871, bevor er um sein Land kämpfen musste. Als Zeichen seines Unwillens ließ er sich - obwohl längst getauft - nach heidnischem Ritus bestatten.
Chief Joseph war weder ein Oberhäuptling, noch hatte er den Rang eines Kriegshäuptlings. Neben ihm gab es zum Zeitpunkt der bevorstehenden Umsiedlung 1877 noch andere Häuptlinge im Tal: vor allem White Bird, Toolhoolhoolzote und Looking Glass, insgesamt rund 1000 Leute mit über 200 Kriegern. Über Krieg und Frieden bestimmten sowieso die bewährten Krieger, z. B. Chief Josephs jüngerer Bruder Ollokot. Kurz: Das Machtgefüge der Indianergruppe war so kompliziert wie die US-amerikanische Bürokratie, die sich seit Ende 1872 mit ihrer Umsiedlungsfrage beschäftigte. Aber heute steht in erster Linie Chief Joseph im Schlaglicht.
Der anschließende Kampf mit den Nez Percé brachte der US-Armee mehrere Niederlagen ein. Er zog sich über vier Monate und 2600 Kilometer quer durch die Bundesstaaten Oregon, Washington, Idaho und Montana hin, brachte 123 Soldaten und 55 Zivilisten den Tod und kostete die Armee damals immerhin 931 329 Dollar. Zivile Schäden und Verwundete wurden nicht eingerechnet. Die Nez Percé zählten etwa 100-120 Tote, darunter Ollokot, Toolhoolhoolzote und Looking Glass.
Erst ein bis zwei Tagesritte (40 Meilen) vor der kanadischen Grenze kapitulierte Chief Joseph am 5. Oktober 1877 am Snake Creek vor Colonel Miles, da seine Leute nur unter Zurücklassung der Verwundeten, alten Frauen und Kinder hätten fliehen können. Etwa 430 Nez Percé gingen in Gefangenschaft. Etwa 50 Leute entkamen in der Nacht vor der Kapitulation nach Kanada, vor allem White Bird, der Chief Josephs Verhalten ablehnte. Insgesamt fanden etwa 200 Nez Percé bei den Sitting Bull-Sioux im kanadischen Exil Zuflucht.
In den folgenden Jahren kam es zu mehreren behördlichen Teilungen der Gruppe und zur Zusammenführung mit den aus Kanada zurückkehrenden Nez Percé. Vor allem kostete die Ansiedlung im Indianerterritorium von Oklahoma 1878/79 etwa 130 Leben (Malaria), obwohl Chief Josephs Gruppe dort im vorteilhaftesten Landstrich angesiedelt wurde. Chief Joseph trat nun in Verhandlungen, um das zu ändern, so zum Beispiel 1879 vor dem Kongress. Er erreichte nichts. Erst 1885 wurde ein Teil der Nez Percé an den Columbia-Fluss in Idaho verlegt, der andere Teil nach Colville in Washington. Dort starb er am 21. September 1904 an Herzversagen.
Der Häuptling wurde übereinstimmend als Mann von gutem Benehmen beschrieben, als aufgeschlossen und intelligent. Für indianische Verhältnisse galt er nicht als überragender Krieger und ließ daher Looking Glass, Toolhoolhoolzote, Ollokot und anderen den Vortritt. Er taktierte so oft es ging und wird daher mit gewisser Übertreibung als "indianischer" Napoleon charakterisiert.
Zitat
Berühmtes Zitat von Chief Joseph vom 5. Oktober, dem Tag, als er sich General Howards Truppen ergab:
"Tell General Howard I know his heart. What he told me before I have in my heart. I am tired of fighting. Our chiefs are killed. Looking Glass is dead. Too-hul-hul-sute is dead. The old men are all dead. It is the young men who say yes or no. He who once led them is dead. It is cold and we have no blankets. The little children are freezing to death. My people, some of them, have run away to the hills, and have no blankets, no food; no one knows where they are perhaps freezing to death. I want to have time to look for my children and see how many of them I can find. Maybe I shall find them among the dead. Hear me, my chiefs. I am tired; my heart is sick and sad. From where the sun now stands I will fight no more forever.
zitiert nach: Theodore Mathieson: The Nez Percé Indian War, S. 155
(Sagt General Howard, ich weiß, was ihn bewegt. Was er mir bereits gesagt hat, habe ich in meinem Herzen. Ich bin des Kämpfens müde. Unsere Häuptlinge wurden getötet. Looking Glass ist tot. Too-hul-hul-sute ist tot. Die Alten sind alle tot. Die jungen Männer haben nun das Sagen. Jener, der sie einst führte ist tot. Es ist kalt und wir haben keine Decken. Die kleinen Kinder erfrieren. Einige meines Volkes sind weggelaufen. In die Hügel. Sie haben keine Decken und nichts zu essen. Niemand weiß, wo sie sind vielleicht erfrieren sie gerade. Ich will Zeit, um nach meinen Kindern suchen zu können und um zu sehen, wie viele von ihnen ich noch finden kann. Vielleicht finde ich sie unter den Toten. Hört mich meine Häuptlinge! Ich bin es müde. Mein Herz ist gram und traurig. Vom heutigen Stand der Sonne, will ich nie mehr kämpfen für immer.)
Literatur
· Elmar Engel, Chief Joseph, Göttingen 1998
Theodore Mathieson: The Nez Percé Indian War, Derby, CT, 1964
Cochise
Cochise (auch Cheis oder A-da-tli-chi = "Hartholz") (* zwischen 1810 und 1823; 8. Juni 1874 in Arizona, USA) war ein Anführer und Häuptling der Chokonen-Inde (auch als Chiricahua-Apachen bezeichnet) im 19. Jahrhundert. Neben den Chokonen zählten die Bedonkohe, die Chihenne und Nednhi zu den Chiricahua, obwohl sie unabhängig voneinander agierten.
Leben
Cochises Leben war geprägt durch die anhaltenden Kämpfe der eingeborenen Inde gegen die zunehmende Besiedlung des äußersten Nordens von Mexiko durch Mexikaner, und des heutigen Südwestens der USA durch Angloamerikaner. Während es den Inde gelang, die Mexikaner immer wieder aus ihrer angestammten Heimat zurückzudrängen, unterlagen die Chokonen unter Cochises Führung nach Jahrzehnte langem Guerillakampf der US-amerikanischen Armee.
Die kriegerischen Auseinandersetzungen waren nur durch kurze Friedensphasen unterbrochen, die in der Regel von den Amerikanern gebrochen wurden. 1861 begann der letzte Krieg Cochises gegen die US-Armee in Folge der Bascom-Affäre.
George Bascom, ein junger, karrieresüchtiger Leutnant, beschuldigte Cochise des Viehdiebstahls und der Entführung eines Jungen. Cochise konnte sich seiner Gefangennahme bei den vorgegebenen Verhandlungen, die sich als Falle entpuppt hatten, durch eine dramatische Flucht entziehen. Ein Teil seiner Familie blieb in Geiselhaft. Darauf nahm Cochise andere Weiße als Gefangene. Als Bascom sich weigerte, seine Familienangehörigen im Gefangenenaustausch herauszugeben, wurden die weißen Gefangenen der Inde getötet. Darauf ließ Bascom die drei männlichen Verwandten Cochises hängen. Durch diese Vorfälle wurde eine neue Kriegsphase zwischen den Cho-ko-nen und den Angloamerikanern ausgelöst.
Nach dem Tod des Häuptlings der Bedonkohe-Inde, Mangas Coloradas, war Cochise der einflussreichste Anführer der Chiricahua. Nach über 10 Jahren weiteren legendenumwobenen Kampfes kam es auf Vermittlung von Tom Jeffords, einem US-amerikanischen Postreiter und ehemaligen Scout, zu dem Cochise ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut hatte, 1872 zu Friedensverhandlungen mit dem Bürgerkriegsveteran General Oliver Otis Howard, dem ein fairer Umgang mit den Indianern nachgesagt wurde. Es wurde ein Friedensvertrag ausgehandelt, bei dem den Bedonkohe eine eigene Reservation zuerkannt wurde.
Cochise starb im Juni 1874. Bei Freund und Feind hatte er als geschickter Kriegstaktiker und aufrichtiger Indianer gegolten, der sein einmal gegebenes Wort auch einhielt.
Nach Cochises Tod
1876, zwei Jahre nach Cochises Tod wurde die den Cho-ko-nen zugesprochene Reservation aufgelöst. Die Cho-ko-nen wurden wie andere Inde-Stämme in die San-Carlos-Reservation umgesiedelt, wo sie auf die karge Unterstützung der US-Verwaltung angewiesen waren. Einer der beiden Söhne von Cochise, Naiche (verschiedentlich auch Nachise), entzog sich mit einigen anderen Inde der Umsiedlung und schloss sich Häuptling Geronimo an. Unter Geronimo führten die wenigen noch kämpfenden Inde einen letztlich aussichtslosen weiteren Guerillakampf gegen die US-Truppen, der wiederum etwa 10 Jahre dauern sollte. 1886 ergab sich schließlich die letzte freie Inde-Gruppe, darunter auch Naiche und Geronimo dem US-General Miles.
Cochise in Literatur und Film
Das Leben Cochises und insbesondere seine Freundschaft mit Tom Jeffords bildete den Stoff für den 1947 erschienen historischen Roman Blood Brother von Elliott Arnold (1964 in deutscher Übersetzung im Karl May-Verlag Bamberg herausgegeben). Dieser Roman war seinerseits Grundlage für einen der ersten indianerfreundlichen Western Hollywoods, Broken Arrow von Delmer Daves im Jahr 1950 mit Jeff Chandler als Darsteller von Cochise und James Stewart als Tom Jeffords (deutscher Titel: "Der gebrochene Pfeil").
Eine gewisse Ähnlichkeit der Freundschaft zwischen Tom Jeffords und Cochise mit den romantisierenden, erfundenen Abenteuergeschichten Karl Mays um die Blutsbrüderschaft zwischen den fiktiven Figuren Old Shatterhand und Winnetou ist rein zufällig und hat mit den historischen Gegebenheiten nichts zu tun - anders als der Roman Elliott Arnolds, auch wenn dieser durchaus ebenfalls, wenn auch auf historischen Tatsachen beruhend, diese Tatsachen in ein romantisch verklärtes Licht rückt und unter anderem mit einer spekulierten Liebesgeschichte ausschmückt.
Cornstalk
Cornstalk, bzw. Hokoleskwa (blade of corn), (* 1720 (?); 10. November 1777) war ein berühmter Anführer der Shawnee-Indianer zur Zeit der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Seine Ermordung durch amerikanische Milizen erboste Weiße wie Indianer und löschte jede Hoffnung, dass die Shawnee während des Krieges neutral bleiben würden.
Die Jugendzeit von Cornstalk ist für Historiker unmöglich genau zu rekonstruieren, es wird jedoch vermutet, dass er in Pennsylvania geboren wurde und dann mit seinen Eltern vor den weiter vordringenden Weißen ins Ohiotal auswich. Seine Teilnahme am Franzosen- und Indianerkrieg und am Pontiac-Aufstand ist nicht gesichert, er spielte allerdings eine Rolle bei den folgenden Friedensverhandlungen.
Cornstalk spielte 1774 eine zentrale Rolle im Dunmores Krieg, der durch den Widerstand der Shawnee gegen die ins Land strömenden Siedler ausgelöst wurde. Er führte sie in der Schlacht von Point Pleasant, in der eine Truppe von Siedlern aus Virginia die Shawnee besiegte.
Während der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung versuchte er die Shawnee zur Neutralität zu bewegen, was zu einer faktischen Spaltung des Stammes in zwei Lager führte. Am 10. November 1777 wurde er, zusammen mit seinem Sohn und zwei weiteren Shawnee, von einem aufgebrachten Mob brutal hingerichtet, als Vergeltung für einen von unbekannten Indianern begangenen Mord an einem Siedler.
Literatur
· Downes, Randolph C: Council Fires on the Upper Ohio. University of Pittsburgh Press, 1940.
· Sugden, John: "Cornstalk" in American National Biography. Oxford University Press, 1999.
Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Cornstalk"
Crazy Horse
Crazy Horse (eigentlich Tashunka Witko Geisterpferd, die englische Übersetzung verrücktes Pferd ist unzulänglich; * um 1840; 5. September 1877, Fort Robinson, Nebraska) war ein berühmter Kriegshäuptling der Oglala-Lakota-Sioux-Indianer.
Modell des Entwurfs, 1:300, v. Korzak Ziolkowski, 1946
Crazy Horse zählt neben Sitting Bull (Tatanka Yotanka) und Red Cloud (Machpiya Luta) zu den wichtigsten Anführern der Lakota beim Widerstand gegen Landraub und Unterdrückung durch die Weißen im 19. Jahrhundert.
Crazy Horse war ein bescheidener und introvertierter Mann, der in seinem Leben viele persönliche Schicksalsschläge hinnehmen musste. Er war ein Mystiker, der sich häufig von Traumvisionen leiten ließ. Im Gefecht mit feindlichen Stämmen oder den weißen Soldaten war er extrem furchtlos und von großer Besonnenheit. Selbst in ausweglosen Situationen erwies er sich stets als geschickter militärischer Stratege. Vor allem bei den jungen Männern im Stamm aber auch bei den weißen Gegnern genoss er höchsten Respekt und war schon zu Lebzeiten eine Legende.
Crazy Horse war der erste Kriegshäuptling, der die Kampftechnik der weißen Soldaten imitierte. Er überlegte Kriegstaktiken und Strategien. Das Kampfverhalten der Indianer zu jener Zeit war auf Mutbeweise und Einschüchterung des Gegners, nicht auf die Tötung ausgerichtet. Crazy Horse verstand es, seine Krieger zu überzeugen, diese traditionellen Anschauungen zu vergessen und nach seinen Vorstellungen zu kämpfen.
Crazy Horse war einer der entscheidenden indianischen Anführer bei der vernichtenden Niederlage der 7. Kavallerie unter George Armstrong Custer in der Schlacht am Little Bighorn River am 25. Juni 1876. Nach gnadenloser, den ganzen darauffolgenden Winter über anhaltender Verfolgung durch das weiße Militär ergab sich Crazy Horse mit 900 letzten Gefolgsleuten im Mai 1877 den Soldaten von Fort Robinson, Nebraska. Am 5. September des gleichen Jahres wurde er am selben Ort das Opfer einer Intrige, bei der Weiße und angepasste Indianer gleichermaßen beteiligt waren. Man verdächtigte ihn, sich der Kontrolle durch das Militär noch einmal entziehen zu wollen. Als er sich gegen die drohende Kerkerhaft zur Wehr setzte, wurde er von einem weißen Soldaten mit einem Bajonett hinterrücks erstochen. Seine Ermordung demoralisierte den Widerstandsgeist der Lakota nachhaltig.
Der Name Crazy Horse wird immer wieder zu Marketingzwecken benutzt. Viele Oglala empfinden dies als Entwürdigung des einstigen Häuptlings. So wehrten sie sich in den 1990er Jahren gegen ein Bier, das Crazy Horse heißen sollte. Vor Gericht erkämpften sie eine Entschädigung von der Brauerei in Höhe von 150.000 US-Dollar. 2004 protestierten die Oglala gegen das Pariser Erotik-Cabaret Crazy Horse.
Literatur
· Crazy Horse. The life behind the legend. von Mike Sajna (2000)
Crazy Horse. The strange man of the Oglalas. von Mari Sandoz (1942)
Geronimo
Gokhlayeh (Bedonkohe: Goyaałé), später genannt Geronimo, (* 1823 oder 16. Juni 1829; 17. Februar 1909) war der Kriegshäuptling und Schamane einer Gruppe der Bedonkohe-Inde (Apachen). Die Bedonkohe waren eine der vier Gruppen der Chiricahua-Inde.
Leben
Geronimo ist die mexikanische Form seines richtigen Namens Gokhlayeh "Einer, der gähnt". Diesen Namen wählte sein Vater, da der Junge immer sehr müde war und oft gähnte.
Als 1858 die mexikanischen Truppen des Militärgouverneurs von Sonora (Bundesstaat), General Jose Maria Carrasco, seine Mutter, seine Frau und seine drei Kinder töteten, schwor Gokhlayeh Rache. Dazu verbündete er sich mit Cochise, einem Häuptling der Cho-ko-nen-Inde, einer der vier Gruppen der Chiricahua. Mit diesen ging er in seine erste Schlacht gegen die Stadt Sonora, die viele feindliche Soldaten mit dem Leben bezahlten. Von nun an folgten jährliche Angriffe auf mexikanische Städte.
Häuptling der Apachen
Als Cochise starb, wurde Gokhlayeh von dessen Sohn Naiche zum Kriegshäuptling ernannt. 1876 erfolgte seine Einweisung in die San-Carlos-Reservation. Diese Reservation war direkt in der Wüste gelegen, es gab kein Wasser und keine Nahrung. Sie waren von den unregelmäßigen Lebensmittellieferungen der Armee abhängig. Im ersten Jahr starben hunderte von Apachen an Unterernährung oder Krankheit, im zweiten Jahr waren es nicht weniger. Gokhlayeh litt vor Sorge um sein Volk. So beschloss er, mit den Überlebenden aus der Reservation auszubrechen. Er ging mit ihnen auf die mexikanische Seite der Sierra Madre-Berge, ihrer eigentlichen Heimat. Dort waren sie zumindest vor der amerikanischen Armee in Sicherheit.
Es folgten bewegte Jahre, die er teils in Mexiko, teils in der San-Carlos-Reservation verlebte. Gokhlayeh brach aus der verhassten Reservation immer wieder aus. Er und seine Leute unternahmen immer wieder Angriffe auf kleine Dörfer und Farmen, wo sie sich Vorräte und Pferde erbeuteten. Dies führte dazu, dass er nicht nur von der US-Armee, sondern auch von den Mexikanern gejagt wurde. 1884 brach er ein letztes Mal aus der Reservation aus, da er beinahe Opfer eines Mordanschlages geworden war. Er führte mit seiner kleinen Schar an Kriegern Guerillakrieg gegen die ihn verfolgenden Truppen und schaffte es geschickt, sich ihnen zu entziehen, indem er die Grenze passierte, da ihm die feindlichen Truppen dorthin nicht folgen konnten. Die meiste Zeit hielt er sich mit seinen Männern in der Sierra Madre versteckt.
Gefängnis und Lebensende
Als ein Kopfgeld über 2.000 Dollar gegen ihn verhängt wurde, stellte er sich am 4. September 1886 mit noch 36 von ursprünglich 500 verbliebenen Kriegern den Amerikanern unter dem Kommando von General Nelson A. Miles, die ihn jahrelang vergeblich mit 5.000 Soldaten und 250 Indianer-Scouts gejagt hatten. Daraufhin verbrachte er die nächsten drei Jahre im Gefängnis.
Zunächst schickte man ihn nach Fort Pickens, Florida, in die Verbannung, im Anschluss nach Fort Marion, Alabama und schließlich 1894 nach Fort Sill in Oklahoma ins Indianerterritorium, ohne dass er seine Sippe je wiedersehen konnte. Dort konvertierte er 1903 zum Christentum und besuchte regelmäßig den Gottesdienst. Gokhlayeh bekam in der Reservation ein Stück Land, auf dem er sich ein Haus baute und das übrige Land bebaute.
Im bereits betagtem Alter diktierte Gokhlayeh seine Lebensgeschichte einem weißen Autor. Eine Zeit lang wurde dieses Werk nicht veröffentlicht. Erst als Präsident Roosevelt seine Genehmigung zur Veröffentlichung gab, erschien es. Es gilt allerdings als sicher, dass viele Stellen eine Überarbeitung fanden und es sich nicht um die Originalgeschichte handelt, die Gokhlayeh erzählte.
Er starb am 17. Februar 1909 an einer Lungenentzündung und wurde auf dem Friedhof von Fort Sill bestattet.
Grabraub
Die Skull and Bones Society, darunter Prescott Bush, Großvater von George W. Bush, raubten 1918 das Grab Gokhlayehs aus und verbrachten seine Knochen in ihr Cultmuseum. Die Überreste sind bisher nicht zurückgegeben worden. Quelle: [1] [2]
Der Yale Herald schreibt: "George Bush, DC '68, and John Kerry, JE '66, both members of the society, could be hurt by their involvement in an organization that allegedly takes part illegal behavior."
Zitat
"Ich möchte nun zu gerne wissen, wer es war, der den Befehl gab, mich festzunehmen und zu hängen. Ich lebte friedlich dort mit meiner Familie im Schatten der Bäume und tat genau das, was General Crook mir geraten hatte zu tun. Ich habe oft um Frieden gebeten, aber Ärger kam immer von den Agenten und Dolmetschern. Ich habe nie Unrecht ohne Grund getan, und wenn ihr von Unrecht redet, oder auch nur an Unrecht denkt, so tätet ihr besser daran, an das Unrecht zu denken, das ihr dem Roten Manne zugefügt habt, und das tief und weit wie ein Ozean ist, durch den niemand mehr waten kann, ohne darin zu ertrinken.
Mein Unrecht dagegen ist wie ein kleiner ausgetrockneter Bachlauf, den habgierige Weiße mit den Tränen meines Volkes gefüllt haben. Ich habe dieselben Weißen diese Tränen austrinken lassen, bis auf den letzten Tropfen, so dass ich wieder auf den Bach gehen kann, ohne meine Mokassins mit Unrecht zu nässen. Sagt mir, was daran Unrechtes ist! Ihr sagt selbst, dass ein Mensch, der einen anderen tötet, getötet werden muss. Seht, wie zahlreich der Rote Mann war, bevor ihr kamt, und seht, wieviele Rote Menschen ihr getötet habt. So dürft ihr nach eurem eigenen Gesetz heute nicht hier stehen, sondern müsstet alle tot sein, wenn Euer Gesetz wahrhaftig wäre!"
(Gokhlayeh am 25. März 1886 bei San Bernardino Springs zu General George Crook, zitiert nach: H. J. Stammel: Indianer. Legende und Wirklichkeit von A-Z. Leben - Kampf - Untergang, Orbis : Gütersloh/Berlin 1991, S. 194, ISBN 3572005744)
Literatur
· Opler, Morris E.; & French, David H. (1941). Myths and tales of the Chiricahua Apache Indians. Memoirs of the American folk-lore society, (Vol. 37). New York: American Folk-lore Society. (Reprinted in 1969 by New York: Kraus Reprint Co.; in 1970 by New York; in 1976 by Millwood, NY: Kraus Reprint Co.; & in 1994 under M. E. Opler, Morris by Lincoln: University of Nebraska Press. ISBN 0-80328602-3).
· Pinnow, Jürgen. (1988). Die Sprache der Chiricahua-Apachen: Mit Seitenblicken auf das Mescalero. Hamburg: Helmut Buske Verlag.
Quellen
Of skulls and bones: More secrets of the tomb. - The Yale Herald
Joseph Brant
Joseph Brant (manchmal auch Brandt oder Brand; gebürtig Thayendanegea * 1742; 24. August 1807 in der Indianerreservation am Grand River, Ontario, heute Kanada) war ein Anführer der Mohawk-Indianer während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges.
Fayadaneega, genannt Brant. Schabtechnik.
Brant wurde 1742 als Sohn eines Mohawkhäuptlings an den Ufern des Ohio geboren und erhielt den Namen Thayendanegea - Braucht-zwei-Betten. Als Teenager wurde er Dolmetscher für den anglikanischen Missionar John Stuart, mit dem er das Evangelium nach Markus in die Sprache der Mohawk übersetzte. Seine Schwester Molly heiratete General William Johnson, den britischen Superintendanten für indianische Angelegenheiten, mit dem Brant in den Franzosen- und Indianerkriegen gekämpft hatte.
Während des Kampfes um die Amerikanische Unabhängigkeit führte er die verbliebenen vier der Sechs Nationen, die die Briten unterstützt hatten und wurde Hauptmann in der British Army. Er wurde 1779 von General John Sullivan geschlagen. Nach dem Krieg war er nicht in der Lage, Landgarantien für die Indianer von der neu geschaffenen amerikanischen Regierung zu erhalten. Stattdessen gaben ihm die Briten Land für eine Mohawk-Reservation am Grand River in Ontario. Er arbeitete als Missionar bei den anderen Indianern, baute die erste anglikanische Kirche in Ontario und versuchte, die Bibel in die Sprache der Mohawk zu übersetzen. Er starb in der Reservation.
Die Stadt Brantford (Ontario) steht teilweise auf seinem Land und ist nach ihm benannt und die Stadt Burlington (Ontario) wurde ihm urkundlich übertragen.
Kicking Bird
Kicking Bird (* 1835; 3. Mai 1875) war ein Häuptling der Kiowa. Als Führer der Friedensfraktion unter den Kiowa bemühte er sich um eine friedliche Einigung mit den US-Amerikanern.
Leben
Nach dem überraschenden Tod des Oberhäuptlings Dohasan im Jahr 1866 führte Kicking Bird die Friedenspartei seines Stammes an und wurde dadurch zum Gegenspieler der Häuptlinge Satanta und Lone Wolf, die eine kriegerischere Politik gegenüber den US-Amerikanern befürworteten.
1872 wurde Kicking Bird von Vertretern der USA zum Oberhäuptling ernannt, allerdings ohne den entsprechenden Rückhalt im eigenen Stamm zu haben.
Nachdem er im Frühjahr 1875 im Namen der US-Regierung 50 Kiowas benennen musste, die repräsentativ für den gesamten Stamm in die Gefangenschaft nach Florida gehen sollten, verlor er jedes Ansehen in seinem Stamm. Kurz danach, im Mai 1875, fand man ihn tot in seinem Tipi auf. Vermutungen besagen, das er von seinem eigenen Stamm vergiftet wurde.
Mangas Coloradas
Mangas Coloradas (span. für "Rote Ärmel", engl. "Red Sleeves", Inde Kan-da-zis Tlishishen; * 1797; 18. Januar 1863), war ein Häuptling der Bedonkohe-Inde (Apachen).
Leben
Mangas Coloradas überlebte 1835 ein Massaker der Mexikaner an den Bedonkohe. In den folgenden Jahren führte er seine Krieger unzählige Male in den Kampf gegen die Mexikaner. Während des mexikanisch-amerikanischen Krieges verbündete er sich mit dem US-General Philip Kearny gegen die Mexikaner. Es gelang den Bedonkohe, die Mexikaner zu vertreiben, die im Bedonkohe-Gebiet Kupfer abbauten. Wenig später entdeckten Amerikaner bei ihnen Gold und Silber. 1850 besetzte die US-Armee ihr Land am Gila River. In der Folge strömten Hunderte von Goldsuchern herbei; es entstand die Goldgräberstadt Pinos Altos im US-Bundesstaat New Mexico. Bei einem Besuch im Jahre 1861 in Pinos Altos wurde Mangas Coloradas gefangen genommen, ausgepeischt und davongejagt.
Ein Jahr später wurde Mangas Coloradas zusammen mit rund 700 Kriegern der Bedonkohe sowie der Chokonen-Inde unter seinem Schwiegersohn Cochise am Apache-Pass von 126 US-Soldaten geschlagen. Der 65-jährige Mangas Coloradas wurde durch eine Kugel in die Brust verletzt.
Anfangs 1863 besuchte ein Mexikaner unter der weißen Flagge die Mimbreno um mit ihnen im Namen der US-Armee Friedensverhandlungen aufzunehmen. Mangas Coloradas erklärte sich bereit, ihn alleine in das alte Fort McLean zu begleiten. Kaum mit dem Mexikaner alleine, stürzten sich jedoch Soldaten von General Joseph West aus dem Gebüsch und nahmen ihn gefangen. Im Fort angekommen gab West den Befehl, Mangas Coloradas in der kommenden Nacht zu töten. Die Soldaten versengten ihm zuerst mit erhitzten Bajonetten die Füße und Beine. Als Mangas Coloradas protestierte, erschossen sie ihn. Anschließend skalpierten und enthaupteten sie ihn. Der Rumpf wurde in einem Graben verscharrt. In offiziellen Militärberichten hieß es, Mangas Coloradas sei bei einem Fluchtversuch getötet worden.
Bedeutung
Mangas Coloradas war aufgrund seiner Größe eine imposante Erscheinung. Obwohl von den Weißen immer wieder verraten und betrogen, versuchte er mehrfach mit ihnen Frieden zu schließen. Er hasste die Weißen nicht, das beweist auch seine Heirat mit einer Mexikanerin. Trotzdem errang er als Kriegshäuptling Bedeutung. Zusammen mit Cochise, Geronimo, Victorio und anderen gehörte er zu den bekanntesten Inde-Kriegern, die gegen die Unterwerfung durch die Weißen kämpften.
Literatur
· Dee Brown: Begrabt mein Herz an der Biegung des Flusses. ISBN 3-426-61303-4
Personendaten | |
NAME | Coloradas, Mangas, "Rote Ärmel" |
ALTERNATIVNAMEN | Red Sleeves, Kan-da-zis Tlishishen |
KURZBESCHREIBUNG | Häuptling der Bedonkohe-Inde (Apachen) |
GEBURTSDATUM | 1797 |
GEBURTSORT |
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STERBEDATUM | 18. Januar 1863 |
STERBEORT |
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