Hudson's Bay Company

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Die Hudson's Bay Company (HBC) ist die älteste eingetragene Firma in Kanada und eine der ältesten der Welt, die heute (2005) noch existiert. Von ihrem langjährigen Hauptquartier in York Factory an der Hudson Bay aus kontrollierte sie einige Jahrhunderte lang den Fellhandel in großen Teilen des britisch beherrschten Nordamerika. Sie unternahm frühe Erkundungen und wirkte in vielen Gebieten des Kontinents als de facto-Regierung, bevor die Besiedlung in großem Stil einsetzte. Ihre Händler und Pelzjäger bauten frühzeitig Beziehungen zu vielen Indianergruppen auf. Ihr Netzwerk von Handelsposten stellte den Kern der späteren offiziellen Behörden im westlichen Kanada und den USA dar. Im späten 19. Jahrhundert wurde ihr riesiges Territorium zur größten Komponente des neu gebildeten "Dominion of Canada", in dem die Gesellschaft der größte private Landbesitzer war. Mit dem Niedergang des Pelzhandels entwickelte sich die Firma zu einer Handelsgesellschaft, die lebenswichtige Güter an die Siedler im kanadischen Westen verkaufte. Heute ist die Gesellschaft für ihre Warenhäuser in ganz Kanada bekannt.

Geschichte

Frühe Jahre

Im 17. Jahrhundert hatten die Franzosen ein Monopol auf den kanadischen Fellhandel. Zwei französische Händler jedoch, Pierre-Esprit Radisson und Médard des Groseilliers, wechselten zu den Engländern und berichteten ihnen von einer Route zu den reichen Handelsgebieten nördlich und westlich des Oberen Sees, die von Norden aus durch die Hudson Bay erreicht werden konnten anstatt über Land von Neufrankreich aus. Die Engländer entsandten 1669 eine erfolgreiche Expedition. Am 2. Mai 1670 wurde die Hudson's Bay Company mit einer königlichen Urkunde von Charles II. gegründet. Die Urkunde gewährte dem Unternehmen das Monopol auf den Handel mit den Indianern, insbesondere auf den Fellhandel, in dem Gebiet, das von allen Flüssen bewässert wurde, die in die Hudson Bay mündeten. Dieses Gebiet wurde bekannt als "Rupert's Land", benannt nach dem ersten Direktor der Gesellschaft, Prinz Ruprecht von der Pfalz. Dieses Gebiet umfasste 3,9 Mio. km² im Wassereinzugsgebiet der Hudson Bay -- mehr als ein Drittel des heutigen Kanada. Es erstreckte sich bis in den nördlichen mittleren Westen der USA. Genaue Grenzen waren jedoch in jener Zeit unbekannt.

Das Unternehmen begründete sein erstes Hauptquartier in Fort Nelson (später umbenannt in York Factory), an der Mündung des Nelson River im heutigen nordöstlichen Manitoba. Der Ort bot bequemen Zugang zum Fort über die ausgedehnten Fluss-Systeme des Saskatchewan und Red River. An der Südküste der Hudson Bay in Manitoba und im heutigen Ontario und Québec wurden bald weitere Außenposten errichtet. Sie wurden "Fabriken" genannt und arbeiteten nach Art der holländischen Fellhändler in Nieuw Nederland. Im Frühling und Sommer kamen die eingeborenen Händler, die den größten Teil des eigentlichen Fallenstellens erledigten, mit dem Kanu zu den Forts, um dort ihre Felle zu verkaufen. Im Austausch dafür bekamen sie üblicherweise metallene Werkzeuge und Jagdwaffen. Diese importierte die Gesellschaft häufig aus Deutschland, das zu jener Zeit das Zentrum für billige Produktion war. Dieses frühe Modell der küstennahen "Fabriken" stand im Gegensatz zum System der Franzosen, die ein umfangreiches Netz von Posten im Landesinneren errichteten und Händler aussandten, die bei den Stämmen der Region lebten.

Der konservative Aufbau des Fabrik-Systems enttäuschte die Gründer (Radisson und Des Groseilliers) der Gesellschaft, die auf kühnere Erforschung des Landesinneren drangen. 1674 wechselten sie wieder zu den Franzosen und gründeten 1682 "La Compagnie du Nord", um direkt mit der HBC zu konkurrieren. Nachdem in den 1680er Jahren in Europa ein Krieg zwischen England und Frankreich ausgebrochen war, entsandten beide Nationen regelmäßig Expeditionen, um Fellhandelsposten der anderen zu überfallen und zu erobern. Im März 1686 entsandten die Franzosen unter dem Chevalier des Troyes über 1300 km einen Stoßtrupp, der die Außenposten der Gesellschaft entlang der James Bay einnehmen sollte. Die Franzosen ernannten Pierre Le Moyne d’Iberville, der während der Überfälle außerordentlichen Mut bewiesen hatte, zum Kommandeur der eroberten Posten. 1687 befehligte d’Iberville einen See-Überfall auf das Hauptquartier der Gesellschaft in York Factory. Auf dem Weg zum Fort besiegte er in der Schlacht der Bucht drei Schiffe der Royal Navy. Dies war die größte Seeschlacht in der Geschichte der nordamerikanischen Arktis. D'Iberville's erschöpfte französische Streitmacht eroberte York Factory mit einer List: Er belagerte das Fort und erweckte den Anschein, eine viel größere Armee zu haben. Im darauffolgenden Jahrzehnt wechselte York Factory mehrfach den Besitzer. Mit dem Frieden von Utrecht wurde es 1713 endgültig an die Engländer abgetreten. Danach erbaute es die Gesellschaft erneut als sternförmiges Fort aus Ziegelsteinen an der Mündung des nahe gelegenen Hays River. Dies ist noch heute sein Standort. 

19. Jahrhundert

Die Hudson's Bay Company wurde 1821 mit der North West Company von Montréal vereinigt. Ihr gemeinsames Territorium wurde durch eine Lizenz um das Nord-West Territory erweitert, welches im Norden bis zum arktischen Ozean reichte und im Westen bis zum Pazifik. 1870 wurde das Handelsmonopol abgeschafft und der Handel in dieser Region für jeden Unternehmer geöffnet. Außerdem verlor die Gesellschaft Rupert's Land, das an die kanadische Regierung verkauft wurde.

 In den 1820er und 30er Jahren kontrollierte die Gesellschaft von ihrem Hauptquartier in Fort Vancouver am Columbia River aus beinahe den kompletten Handel im Oregon Land. Obwohl die Staatsgewalt über das Gebiet nominell gemeinsam von den USA und Großbritannien entsprechend der anglo-amerikanischen Übereinkunft von 1818 ausgeübt wurde, war es die Politik der Gesellschaft unter ihrem Leiter John McLoughlin, amerikanische Ansiedlungen in dem Gebiet aktiv zu entmutigen. Das wirksame Handelsmonopol der Gesellschaft verbat praktisch jede Ansiedlung. In den frühen 1840er Jahren errichtete sie einen Außenposten in Fort Hall im heutigen Idaho an der Route des Oregon Trail. Der Leiter dieses Außenpostens stellte verlassene Fuhrwerke von entmutigten Siedlern aus. Der Würgegriff der Gesellschaft um diese Region wurde gebrochen durch den ersten großen Wagenzug, der unter Führung von Marcus Whitman 1843 Oregon erreichte. In den folgenden Jahren strömten tausende von Siedlern in das Willamette-Tal. 1846 erlangten die USA die volle Gewalt über die meisten besiedelten Gebiete des Oregon Country, die südlich des 49. Breitengrades lagen. McLoughlin, der einst als Gesellschafts-Direktor mögliche Siedler abgewiesen hatte, hieß sie nun von seinem Warenhaus in Oregon City aus willkommen. Er wurde später zum "Vater Oregons" proklamiert. Die Gesellschaft hat heute keine Präsenz mehr im Nordwesten der USA.

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